Er wollte mit gefälschten Papieren am Flughafen einen Luxusschlitten mieten

Ein 39-jähriger Litauer wollte mit gefälschten Papieren am Flughafen einen Luxusschlitten mieten und damit dann über alle Berge verschwinden. Er muss nun ins Gefängnis, da dieses schief ging. Darüber berichtet der Merkur.

Es ist der Aufmerksamkeit eines Sixt-Mitarbeiters geschuldet, dass der Versuch eines aus Litauen stammenden Bürgers gescheitert ist, als sich dieser am Flughafen eine Luxuslimousine betrügerisch anmieten wollte, um diese dann zu Nutzen, um ins Ausland zu flüchten. Der 39 jährige wurde wegen Urkundenfälschung und Betrug vom Amtsgericht Erding zu einer Strafe von 18 Monaten Gefängnis verurteilt aufgrund seiner Verbrechen. Dieser sitzt in Untersuchungshaft seit Mai diesen Jahres.

Am Abend des 8. Mai diesen Jahres begab sich der Mann am Flughafen zum Schalter der Autovermietung Sixt, so die Anklage der Landshuter Staatsanwaltschaft. Den Namen hatte der Mitarbeiter kurz vor der Reservierung gesehen. Dieser war für einen Oberklassewagen wie beispielsweise einen Mercedes der S-Klasse, einen 7er BMW oder auch einen Audi A8 vorgesehen.

Englischer Name passt nicht zum Kunden

Dem schmächtigen Osteuropäer wurde ein solches Auto jedoch nie ausgehändigt. Der englische Name passte jedoch überhaupt nicht zum „Kunden“ und der Sixt-Mitarbeiter fiel auf, dass es aus diesen Mann einen Sperrvermerk gab. Der Angestellte war als Zeuge vor Gericht geladen und sagte dort auch aus. Er gab an, dass er den Kunden komisch fand und diesen daher abgelehnt hatte. Auf ihn habe er vermehrt nervös gewirkt. Es machte auf ihn einen seltsamen Eindruck, dass der Kunde aufgrund der Abweisung nicht einmal diskutiert habe. Der Mitarbeiter behielt den Kunden im Auge und konnte beobachteten, wie sich dieser dann mit einem weiteren Mann getroffen habe und sich scheinbar über den Verlauf der Vermietung austauschte. Daraufhin habe der Mitarbeiter dann die Polizei gerufen.

Ein Bundespolizist sagte in der Verhandlung aus, dass festgestellt wurde, dass sowohl der litauische Personalausweis, der Führerschein wie auch die Kreditkarte gefälscht seien. Zuvor haben man einen vergleichbaren Fall in Barcelona gehabt.

Unglaubwürdig vor Gericht

Im Prozess unter dem Vorsitz der Richterin Michaela Wawerla habe der Litauer keine gute Figur abgegeben. Er gab an, lediglich Urlaub in Deutschland machen zu wollen und sich für diesen auch einen Luxusschlitten mieten zu wollen. Er wollte zudem noch einen Spezl mitnehmen, der ein Auto in Nürnberg kaufen wollte und Freundinnen in Deutschland und Holland besuchen. An diesen Einlassungen gab es Probleme, da diese unglaubwürdig und sehr schwammig waren.

Die Richterin hielt im dazu entgegen, dass er lediglich im Monat 300 Euro zur Verfügung hat, mit dem er zusätzlich noch seine Tante und kranke Mutter unterstützen müsse. Wenn jemand nur so wenig Geld zur Verfügung hat, miete sich dieser nicht für zehn Tage für bis zu 2.000 Euro ein Auto.

Kein Einzelfall, sondern organisierte Kriminalität

Der Litauer hatte dem Haftrichter nach seiner Festnahme erklärt, dass er den Auftrag vom Spezl bekommen hatte, dass angemietete Auto ins Ausland zu bringen. Dies fiel noch sehr viel schwerer ins Gesicht. Der Angeklagte versuchte sich herauszureden, dass er sehr nervös gewesen ist und dies sein eigener Fehler war. Für den geplanten Diebstahl spreche laut der Richterin, dass der Litauer nicht einmal ein Rückflugticket gehabt hatte. Aufgrund des Falles in Barcelona zeigte sich für die Richterin, dass hinter dieser Tat eine Bande stehe, die dann auch für eine organisierte Kriminalität spreche.

Für die Urkundenfälschung und versuchten Betrug forderte der Staatsanwalt zwei Jahre Haft ohne Bewährung. Die Anwältin des Angeklagten sag lediglich die Fälschung als erwiesen an und fordere daher eine Geldstrafe, denn diese reiche aus. Er wurde jedoch von der Richterin zu einem Jahr und sechs Monaten Haft verurteilt.