5 Stern Hotel gebucht gewesen

Auf diesen Urlaub hatten sie sich schon so lange gefreut. Gebucht waren ein Fünf Sterne Hotel an der türkischen Riviera für zwei Wochen. Sie wollten endlich einmal abschalten. Doch das böse Erwachen kam für Alina und Tim Meier noch vor Reisebeginn. Mit dem Geld ihrer Reise setzte sich der Betreiber des Reisebüros ab, so dass die Meiers nun die Reise noch einmal zahlen müssen. Focus berichtete hierrüber.

Inzwischen hat die Polizei den 39 jährigen Reisebüro Betreiber aber gestellt und er wurde festgenommen.

Quelle:   https://www.focus.de/finanzen/news/viele-kunden-geprellt-reisebuero-betreiber-taucht-mit-geld-unter-familie-aus-herten-muss-tuerkei-reise-nochmal-bezahlen_id_10958079.html

Hunderte Kunden geprellt, Reisebüro-Betreiber taucht mit Geld unter, Familie aus Herten muss Türkei-Reise nochmal bezahlen

Alina und Tim Meier hatten zunächst 400 € angezahlt und dann die restlichen 2.821 € in Bar vor einer Woche zu dem Reisebürobetreiber Serdar O. Im westfälischen Herten gebracht. Mitte August sollte die Reise los gehen und es schien alles in bester Ordnung zu sein.

Aus heiterem Himmel kam eine Mahnung vom Reiseveranstalter

Am vergangenem Samstag erreichte die Meiers dann eine Mahnung, berichtete Tim Meier dem Focus Online. Darin forderte der Veranstalte Öger-Tours für den Türkei Trip die noch offene Restzahlung. Die Eheleute Meier versuchten daraufhin hektisch, den Reisebürobesitzer vor Ort zu erreichen, doch Fehlanzeige. An der Eingangstür des Reisebüros stand ein Schuld, dass das Büro aus gesundheitlichen Gründen geschlossen sei. Der 33 jährige Fliesenleger berichte weiter, dass er dann das Polizeisiegel daneben gesehen hat und ihm somit sofort klar war, was vorgefallen war.

Bislang haben 160 Kunden Anzeige erstattet

Der Reisekaufmann Serdar O. War ausgeflogen. Bisher haben sich laut dem Polizeisprecher aus Recklinghausen bisher 160 Kunden des Reisebüros gemeldet und Anzeige erstattet. Der Beamte sagte weiter, dass die Polizei damit rechne, dass es noch weitere Meldungen von Geschädigten geben wird. Die gebuchten Ferienaufenthalte wurden von Serdar O. Wieder storniert und das Geld der bezahlten Reisen habe er dann auf sein Konto weiter geleitet. Die Ermittler können die Summe des Schadens noch nicht beziffern. Es heißt derzeit nur, dass die beschlagnahmten Geschäftsunterlagen und PCs noch ausgewertet werden.

Für die Familie Meier ist das Ganze nicht zu fassen. Herr Meier gibt an, dass seine Frau in Tränen ausgebrochen ist und die Eheleute befürchten, dass das bereits gezahlte Geld nicht mehr wieder zu bekommen ist. Aufgebrachte Kunden stürmten am Wochenende in das Reisebüro und machten sich Luft über ihren Unmut. Derzeit ist noch unbekannt, wo sich der flüchtige Inhaber aufhält. Er soll jedoch rechtzeitig für seine Familie Flugtickets in die Türkei gebucht haben.

Anwalt spricht von „enormen Skandal“

Die Familie aus Herten wird von Anwalt Burkhard Benecken vertreten. Dieser spricht von einem „enormen Skandal der deutschen Reisebüro-Geschichte“. Der mutmaßliche Betrüger soll demnach über eine Million Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Der Strafverteidiger empfindet den Umstand als besonders perfide, dass seine Mandanten oftmals lang auf den Urlaub gespart haben. Diesen haben sie gebucht, um sich von dem Stress im Alltag zu erholen, doch zur Zeit seien diese eher von dem Ganzen so gestresst, wie es die gesamte Arbeit im Jahr nicht geschafft habe.

Eine Branche, die niemals Urlaub macht, sind Ganoven und Betrüger. Gerade im Bereich der Reisebüro-Betreiber sorgen solche Geschäfte immer wieder für Schlagzeilen. Ein Inhaber eines Reisebüros wurde im August 2017 zu zwei Jahren und acht Monaten verurteilt. Die Kunden bekamen von ihm und seinem Geschäftspartner Buchungsbestätigungen über ihren Urlaub ausgehändigt, doch der Ferienaufenthalt war bei dem Reiseveranstalter gar nicht angemeldet.

Es gibt einige Urlauber, die diesen Betrug erst am Flughafen entdecken, wenn sie am Check-In abgewiesen werden. Seinerzeit listete die Anklage 136 Geschädigte auf. Die Betrüger schafften es mit dieser Maschen 156.000 Euro durch diese Abzocke zu ergaunern. Die beiden Betrüger lebten in Saus und Braus. Sie fuhren teure Mitwagen und die Hochzeit einer der Betrüger kostete 10.000 Euro.

Kriminelle zocken Reiselustige skrupellos ab

Nahe Augsburg, in Auchach, wurden einem 66 jährigen, einschlägig vorbestraften Betrüger, von Ferienreisenden zwischen den Jahren 2014 und 2016 für Reisen nach Mexiko 3.600 Euro im Voraus bezahlt. 24.300 Euro sogar für eine Gruppentour in die Türkei. 48.600 Euro wurde sogar für eine Kreuzfahrt von Dubai aus eingefordert. Diese Summen wurden teilweise sogar in bar bezahlt. Für seine Kunden orderte der krumme Reisebürobetreiber sogar Flüge, die er mittels der Konten anderer Kunden beglich. Somit wurde ein Kunde nicht nur um die 4.300 Euro für seine Zypern.Reise betrogen, die er im Voraus zahlte, sondern auch noch um die 1-340 Euro, die der Flug für andere nach Thailand kostete, ebenfalls.

Vor Gericht musste sich im Februar auch ein Mittfünfziger im ostdeutschen Görlit verantworten. Mittels günstigen Kurzreisen nach Tschechien und Polen hatte er 37 Kunden betrogen. So warteten einige der Reisenden vergeblich auf den versprochenen Bustransfer an der Abreisestation. Ein anderer Teil der Kunden wurde in einer Mail informiert, dass es Probleme mit dem Hotel gäbe und daraufhin die Tour ausfallen müssen. Der Angeklagte blieb den Kunden das Geld jedoch schuldig. Eine Schulklasse aus Weißwasser erlitt ebenfalls dieses Schicksal. Diese hatten 1.400 e angezahlt für eine Sight-Seeing Tour mit 72 Oberschülern in Breslau und Krakau. Die Kunden waren auf diese Art der Schnäppchen mittels Ebay gestoßen.

Verbraucherzentrale warnt vor Ferienhaus-Betrügern

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt vor betrügerischen Vermietern von Ferienhäusern im Internet. Dort werden Anwesen angeboten, die nicht existieren. Es versteht sich von selbst, dass nicht ein Großteil der Anbieter Betrüger seien, doch die Anzahl der Menschen, die falsche Ferienhäuser und Wohnungen anbieten, wächst extrem schnell. Es ist oftmals nicht auf dem ersten Blick zu erkennen, wie seriös ein Angebot ist.

Daher empfehlen Verbraucherschützer folgendes: Bezahlen Sie Ihren Urlaub stets per Lastschrifteinzug oder mit der Kreditkarte. Im Betrugsfall hat der Mieter oftmals die Möglichkeit, das Geld zurückzuholen. Verbraucherzentralen raten strickt davon ab, das Geld von einem Finanz-Dienstleistern wie Money Gram oder Western Union zu bezahlen. Bei diesen Dienstleistern ist kein Zahlungsempfänger angegeben.

Alina und Tim Meier müssen die 2.800 Euro noch einmal zahlen

Tim Meier wollte sich mit seiner Frau und der siebenjährigen Tochter Leonie ein Zimmer im Royal Alhambra Palace mit einem Zustallbett für die 20 Monate alte Schwester Leah buchen, kein Haus. Der Vater der Familie wäre nicht auf den Gedanken gekommen, dass der Reisebürobesitz ihn so betrügen würde. Er hat bei diesem Anbieter seit Jahren seinen Urlaub gebucht. Als letztes erst eine Tour nach Kuba. Der Handwerker ist fassungslos, denn bisher war immer alles in Ordnung. Er hat solch ein Problem nicht erwartet.

Nun muss die Familie Meier das Geld für den Urlaub noch einmal aufbringen, ganze 2.800 Euro. Den Meiers wurde von Seiten des Reiseveranstalters Öger Tours, die sich inzwischen  unter dem Dach des Touristik-Multis Thomas Cool befindet, dass die Familie ohnehin im Falle einer Stornierung 1.800 Euro zahlen müsste. Meiers haben sich aufgrund dessen beschlossen, dass Geld für den Urlaub noch einmal zu zahlen, denn so können sie wenigsten den Urlaub noch genießen. Tim Meier ist verbittert. Für ihn ist unverständlich, dass der Reiseanbieter ihm nicht aus Kulanzgründen einen Rabatt einräumt.

Die Meiers haben beim Zahlen nicht richtig aufgepasst

Von Seiten von Thomas Cook erklärte eine Sprecherin lapidar, dass die Anzahlung der Familie Meier korrekt für die Vereinbarung der Reise auf das Veranstaltungskonto gezahlt hat. Jedoch scheint die Restzahlung wieder besseren Wissens nicht an den Veranstalter der Reise gezahlt worden, sondern an den Inhaber der Cityreisen. Daher ist es nicht möglich, der Familie Meier Kulanz zu gewähren. Für den Reiseveranstalter Thomas Cook ist es derzeit noch nicht möglich zu sagen, ob und wie viele der weiteren Kunden davon noch betroffen sind.

Auf diese Aussage reagiert Tim Meier sehr ungehalten. Er gab an, dass die Familie bisher jedes Mal seine Reise an Serdar aus dem Reisebüro gezahlt haben. Er sagte weiter, dass er bisher keine Zahlung direkt an den Veranstalter gezahlt hätte. Er befürchtet, dass sowohl er und seine Familie, wie auch viele andere schlussendlich auf den Kosten sitzen bleiben werden, denn es ist noch vollkommen ungeklärt, ob sie je einen Cent ihres Geldes wiedersehen werden.