Sturm soll sieben Millionen Euro hinterzogen haben

Der frühere Boxweltmeister Felix Sturm ist von der Staatsanwaltschaft in Köln wegen Steuerhinterziehung angeklagt worden, das berichtet RTL. Der Anwalt Nils Kröber, der Sturms Verteidiger ist, hat dies gegenüber dem SID. Sollte der Fall eintreten, dass der 40 jährige verurteilt wird, dann könnte dies für Sturm womöglich mehrere Jahre Knast bedeuten, denn möglicherweise ist er Wiederholungstäter.

Quelle:   https://www.rtl.de/cms/ex-boxweltmeister-felix-sturm-wegen-steuerhinterziehung-angeklagt-4381736.html?fbclid=IwAR1MDSPYl9gnif54Tm9AiXWIgc9qmRCq7PGZO2H4ghpS8LIGj2mMiP-b3SA

Längere Haft droht, Ex-Boxweltmeister Felix Sturm wegen Steuerhinterziehung angeklagt

Sturm seit April in U-Haft

Mithilfe eines komplizierten Finanzkonstrukts soll es Sturm gelungen sein, sieben Millionen Euro am Fiskus vorbeigeschleust zu haben. Diese Summe wird von Kröger bestätigt. Festgenommen wurde der einstige Weltmeister im Mittel- und Supermittelgewicht Anfang April in Köln auf der Fitness-Messe-Fibo. Seit dieser Zeit sitzt er in U-Haft.

Ob und wann die U-Haft aufgehoben wird, ist auch abhängig davon, wann es zu einem möglichen Prozess kommen könnte. Wenn Sturm frei kommen sollte, zieht sich der Prozesstermin wohl noch etwas hin. Wenn er hinter Gittern bleiben muss, ist ein Prozess in drei bis sechs Monaten denkbar.

Schon 2012 Verurteilung wegen Steuerhinterziehung

Kröber teilte mit, dass er eine erneute gerichtliche Prüfung des Haftbefehls gegen seinen Mandanten beantragt zu haben. Kröber ist sich sicher, dass es nach einer erneuten Überprüfung der Unterlagen einer Entlassung aus der Untersuchungshaft erwirken könne.

Sturm drohen bei einem Schuldspruch mehrere Jahre Gefängnis. Bereits 2012 war er vom Amtsgericht in Köln wegen Steuerhinterziehung in 16 Fällen zu einer Gefängnisstrafe von 22 Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Auch Doping-Anklage gegen Sturm

Doch nicht nur eine Anklage wegen Steuerhinterziehung liegt gegen Sturm vor, sondern auch eine Anklage wegen Dopings und Körperverletzung. Nach seinem letzten Kampf im Jahre 2016 in Oberhausen war Sturm gegen den Supermittelgewichts-Titelträger Fedor Chudinov mit der anabolen Substanz Hydroxy-Stanozolo erwischt worden. Es kam jedoch nicht zu einer Sperrung aufgrund des Dopings, denn es wurden Verfahrensfehler beim Öffnen der B-Probe von Seiten Sturms Anwalt angeprangert.

Sturm droht im Falle einer Verurteilung wegen einfacher vorsätzlicher Körperverletzung eine Geldstrafe oder Haftstrafe von bis zu fünf Jahren. Das Strafmaß reicht bei Selbstdoping von einer Geldstrafe bis hin zu drei Jahren Haft aus.

Rückblick: Felix Sturm auf Fitnessmesse in Köln verhaftet

Seit Freitagnachmittag dem 06.04.2019 sitzt der ehemalige Box-Weltmeister, der positiv auf Doping getestet wurde in Haft, das berichtet die FAZ. Dem Boxer Felix Sturm soll Steuerhinterziehung vorgeworfen werden.

Am Freitagnachmittag war Felix Sturm auf der Fitness-Messe „Fibo“ in Köln verhaftet wurden. Gegenüber der FAZ.Net bestätigte dies die Polizei am Samstag. Der ehemalige Box-Weltmeister sei noch nicht wieder auf freiem Fuß. „Bild.de“ hatte zuvor darüber berichtet, dass es einen offenen Haftbefehl wegen Steuerhinterziehung gibt, der nun vollstreckt worden sein soll. Sturm habe zuletzt mit seiner Familie in Bosnien gelebt und somit für die deutschen Behörden nicht erreichbar gewesen.

Werdegang von Felix Sturm

1979 wurde Sturm als Adnan Ćatić in Leverkusen geboren und war einer des besten deutschen Boxer vom Stil her. Er gewann 40 von 49 Profikämpfe im Supermittelgewicht und wurde bei den Verbänden WBO, WBA und IBF viermal Weltmeister. Von seinem Promoter Klaus-Peter Kohl trennte sich Sturm 2009 und gründete dann die Sturm-Box Promotion und einen Gym in Köln, womit er sich dann selbständig machte. Aufgrund einer angeblichen Anstiftung zu einem Tötungsdelikt wurde im Jahre 2015 gegen ihn ermittelt, jedoch wurden diese Ermittlungen dann eingestellt. Er wurde als Supermittelgewichts-Champion der WBA im Jahre 2016 positiv auf Doping getestet, doch der Weltverband und der Bund Deutscher Berufsboxer verzichteten auf eine Sperre des Boxers. Jedoch nahm diesen Fall die Staatsanwaltschaft ernster, denn als auch die B-Probe des Boxers positiv war, ermittelte diese aufgrund eines möglichen Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz gegen Sturm. Jedoch sah die 8. große Strafkammer in Köln keinen hinreichenden Tatverdacht für die Eröffnung eines Verfahrens, wie im Januar bekannt wurde. Es wurde zwar Beschwerde von Seiten der Staatsanwaltschaft eingelegt, doch Sturm selbst verkündete  bereits in den bosnischen Medien seinen Comeback-Kampf gegen Arthur Abraham an. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt müssen sich die Anwälte nun erst einmal mit den neuen Vorwürfen beschäftigen.

In den Augen von Felix Sturm sah sich dieser immer auf einer Augenhöhe mit den Größten in seiner Gewichtsklasse im Mittelgewicht und auch Supermittelgewicht. Doch er konnte nur selten seine technische Überlegenheit über die gesamte Kampfdauer durchsetzen, denn er hatte einfach zu wenig Schlagkraft.