Ein falscher Arzt aus dem Libyen muss nun für fünf Jahre ins Gefängnis.

Das Landgericht Kassel verurteilte den 37-jährigen zu dieser Freiheitsstrafe. Die Gründe für seine Verurteilung waren gewerbsmäßige Urkundenfälschung, gewerbsmäßiger Betrug, versuchte gefährliche Körperverletzung und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr. Die Kosten des Verfahrens muss der Verurteilte tragen. Es wurde vor genau einem Jahr ein Haftbefehl erlassen, der nun auch weiter bestehen bleibt. Die erhaltenen Gehaltszahlungen von über 22.000 Euro werden eingezogen. Über diesen Fall berichtete Hna.

Quelle:   https://www.hna.de/lokales/melsungen/melsungen-ort45520/urkundenfaelschung-und-betrug-falscher-arzt-zu-fuenf-jahren-haft-verurteilt-12856596.html

Urkundenfälschung und Betrug, Falscher Arzt zu fünf Jahren Haft verurteilt

Das Gericht bleib mit diesem Strafmaß unter dem Antrag von Staatsanwalt Martin Gerhard. Dieser forderte eine Strafe von fünf Jahren und sechs Monate. Drei Jahre wurden vom Pflichtverteidiger Thomas Hammer beantragt. Das Landgericht hat in das neue Urteil des Amtsgerichts Kassel vom 7. Mai vorigen Jahres einbezogen. Dort wurde dem Verurteilten ein Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verhängt. Das Gericht kam jedoch zu dem Schluss, dass der Verurteilte unbelehrbar sei. Der Vorsitzende Richter, Gerd Rinnisland, sagte in der über einstündigen Urteilsbegründung, dass der Verurteilte nach dem Unrecht weiter gemacht hat.

Mit falschen Unterlagen beworben

Nach dem Urteil aus dem Vorjahr hat sich der Verurteilte nur wenige Tage später bei der Asklepios-Klinik Melsungen mit gefälschten Unterlagen beworben und sei dort auch eingestellt worden. Er sei dort bereits am 19. Mai 2018 aufgefallen, bei dem er ein Röntgenbild falsch beurteilt habe. Er gab an, angeblicher Facharzt für Neurochirurgie zu sein. Nach nur sechs Diensten sei es dann zu einem Vorfall mit einer Bluttransfusion gekommen. Gestoppt wurde der Vorgang von einer Krankenschwester, denn diese hielt den Mann für völlig inkompetent.

Der Richter sagte zum Fall Melsungen, dass der Verurteile es in Kauf nahm, etwas falsch zu machen. Er verschrieb ebenso ein falsches Medikament. Der Verurteile unterbrach die Rede des Richters mehrfach weinen und erhob Vorwürfe. Rinnisland sagte zu dem Verurteilten, dass dieser sich selbst kaputt gemacht habe.

Ärztekammer zog die Notbremse

Die Landesärztekammer Hessen hat im Fall des falschen Arztes am 8. Mai 2019 die Notbremse gezogen. Die veröffentlichte eine Bekanntmachung mit sofortiger Wirkung unter diesem Datum. Die Kammer erklärte die Unbedenklichkeitsbescheinigung, die auf den gebürtigen Lybier ausgestellt wurde, rückwirkend für ungültig. Am 10. November 2017 ist diese Urkunde ausgestellt worden. Sollte diese Urkunde weiter benutzt werden, werde die Ärztekammer dies strafrechtlich verfolgen.