Der Onlinehandel freut sich über eine stetig wachsende Kundschaft, während der stationäre Handel zunehmend mit der Abwanderung der Kunden ins Netz zu kämpfen hat. Einer der Gründe ist die große Auswahl des Onlinehandels und auch die unkomplizierten Möglichkeiten zu bezahlen. Doch genau die Zahlungsmethoden halten viele Kunden davon ab, Verkaufsabschlüsse über das Netz zu machen. Wie früher das Vertrauen in die Bankomatzahlung erst wachsen musste, fehlt vielen Kunden noch das Vertrauen in unkomplizierte Methoden zur Bezahlung von im Internet gekauften Artikel. Noch dominiert der Kauf auf Rechnung oder Vorauskasse, doch bieten die Alternativen wie PayPal ebenfalls viele Vorteile. Nachfolgend werden die häufigsten Zahlungsmethoden vergleichen und ihre Vor- und Nachteile gegenübergestellt.

SEPA/Banküberweisung

Unter SEPA versteht man eine Banküberweisung, die vor oder nach der Warenauslieferung gemacht wird. Wird die Überweisung vor der Warenauslieferung gemacht bzw. ist die Zahlung Bedingung für die Auslieferung spricht man auch von Zahlung per Vorkasse. Wird die Überweisung gemacht, nachdem die Ware eingetroffen ist, bezeichnet man den Zahlungsvorgang auch als Kauf auf Rechnung. In beiden Fällen wird jedoch das Geld vom Konto überwiesen. Die Bezeichnung Banküberweisung wird mittlerweile häufig durch SEPA ersetzt und bezeichnet die Zahlung innerhalb 33 europäischer Länder. Mithilfe von SEPA wurde der Zahlungsverkehr in diesen Ländern vereinfacht, kann jedoch auch nur in Euros abgewickelt werden.

Vorteile:
Der Vorteil der Banküberweisung ist, dass der Kunde eine hohe Kontrolle hinsichtlich der Qualität der Ware hat. Vor allem beim Kauf auf Rechnung kann eine Bezahlung erst nach einer Warenkontrolle erfolgen. Gibt es Mängel, kann das Paket umgehend zurückgesendet werden und als Kunde muss man nicht fürchten, dass das Geld für eine minderwertige Ware verloren ist. Zudem werden sensible Daten nicht auf dem Portal des Händlers bekannt gegeben, wo der Kunde nicht kontrollieren kann, wie sicher die Plattform bzw. wie gut die Daten geschützt sind.

Nachteile:
Die klassische Banküberweisung ist eine ausgesprochen unbeliebte Form der Bezahlung bei Händlern, denn sie müssen verhältnismäßig lange auf das Geld warten. Wird eine Banküberweisung angeboten, dann oft nur in Form von Vorauskasse. In diesem Fall erfolgt aber auch erst die Auslieferung, wenn das Geld beim Händler eingetroffen ist, wodurch es deutlich länger dauert, bis die Ware eintrifft.

Lastschrift

Ähnlich der Banküberweisung ist die Lastschrift. In diesem Falle tätigt jedoch nicht der Kontoinhaber die Überweisung, sondern erteilt dem Händler die einmalige Erlaubnis, die Kaufsumme vom Konto abzubuchen. Für den Händler hat es den Vorteil, dass es sich um eine sichere Zahlungsmethode handelt und er selbst bestimmen kann, wann er das Geld abbucht.

Vorteile:
Der Vorteil für den Kunden ist, dass er sich nicht um den Ablauf der Zahlung kümmern muss. Sollte es zu Problem kommen, weil etwa die Ware mangelhaft ist, kann die Zahlung bei der Bank innerhalb von zwei Wochen wieder zurückgenommen werden.

Nachteile:
Bei der Lastschrift muss der Kunde seine Kontodaten auf der Seite des Händlers bekannt geben. Durch Sicherheitslücken können Unbefugte an diese sensiblen Daten gelangen.

Sofortüberweisung

Wer E-Banking bereits verwendet, der hat oft auch die Möglichkeit per Sofortüberweisung zu bezahlen. Die Voraussetzung dafür ist, dass die Bank, bei der man sein Konto hat, diese Funktion auch unterstützt. Bei der Sofortüberweisung wird vom Händler ein Überweisungsformular. Anschließend verläuft alles Weitere wie bei einer normalen Überweisung, allerdings muss der Kunde sämtliche E-Banking Zugangsdaten auf der Plattform des Händlers eintragen. Selbst bei der Sofortüberweisung erhält der Händler nicht in Echtzeit sein Geld, was er allerdings bekommt, ist die Bestätigung, dass der Kunde den Kaufbetrag bereits überwiesen hat.

Vorteile:
Die Ware ist sofort bezahlt und durch die Bestätigung für den Händler erfolgt die Auslieferung umgehend. Die Sofortüberweisung ist eine gute Alternative, falls man keine Kreditkarte besitzt, aber dennoch schnell seine Ware bekommen möchte.

Nachteile:
Der Händler stellt selbst Felder für Zugangsdaten zu Online-Banking zur Verfügung und leitet nicht auf die Seite weiter. Der Kunde muss darauf vertrauen, dass die Daten auf dem Portal des Händlers sicher sind.

GiroPay

GiroPay ist ähnlich einer Sofortüberweisung mit dem Unterschied, dass die Kunden zum gewohnten Online-Banking-Portal weitergeleitet werden. Der Kunde muss lediglich die Bank beim Händler auswählen oder die Bankleitzahl eintragen und wird dann automatisch zur Seite der Bank geleitet. Anschließend verläuft alles Weitere wie gewohnt beim Online-Banking.

Vorteile:
GiroPay ist eine Sofortüberweisung, bei der auch die Ware unverzüglich ausgeliefert wird. Durch die Weiterleitung zur eigenen Hausbank muss sich der Kunde keine Sorgen machen, dass die Bankinformationen nicht sicher behandelt werden.

Nachteile:
Nicht jede Bank unterstützt GiroPay bzw. eine Sofortüberweisung.

Handy Zahlung

Die Zahlung mittels Handy ist bisher noch nicht sehr verbreitet. Häufig wird sie genutzt von Spielern von Ingame-Käufen bei Browsergames und ist eine Form der Bezahlung, bei der sofort nach der Bestätigung die Auslieferung durch den Händler erfolgt. Grundsätzlich ist eine Bezahlung mit dem Handy bei jedem Mobilfunkanbieter möglich, da die Bezahlung über die Rechnung erfolgt oder das Guthaben von Wertkartenhandys verringert wird.

Vorteile:
Es ist eine schnelle Form der Bezahlung, die ideal ist für kleine Beträge. Es müssen keine Kontoinformationen bekannt gegeben werden.

Nachteile:
Handy Zahlung wird von Warenhändlern eher selten angeboten, da Kunden nicht gerne große Beträge mit dem Handy bezahlen.

Kreditkarten

Kreditkarten gehören zur häufigsten Form der Bezahlung über das Netz. Voraussetzung dafür ist die Kreditkarte, die der Kunde beispielsweise bei einer Bank beantragen kann. Bei der Bezahlung gibt der Kunde seine Kreditkarteninformationen ein und die Ware gilt für den Händler als sofort bezahlt.

Vorteile:
Die Zahlung mittels Kreditkarte gehört zu einer schnellen Abwicklung der Bezahlung. Mittels Prepaid-Kreditkarten kann die Karte auch nicht durch falsche Abbuchungen über den aufgebuchten Betrag hinaus belastet werden. Bei normalen Kreditkarten können aber auch unrechtmäßige Abbuchungen rückgängig gemacht werden, der Inhaber muss hier aber falsche Abbuchungen belegen können.

Nachteile:
Sensible Daten können von Hackern bei der Eingabe abgefangen und missbraucht werden. Obwohl eine Rückabwicklung von Zahlungen möglich ist, ist diese für den Karteninhaber mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Hinzu kommt, dass Banken überhaupt erst nach einem positiven Kreditkartenantrag eine Karte ausgeben. Wer für eine Bank nicht als liquide gilt, erhält keine normale Kreditkarte. In diesem Fall bleibt nur der Umweg über eine Prepaid-Kreditkarte. Um damit bezahlen zu können, muss jedoch mindestens der Kaufbetrag auf die Karte aufgebucht sein. Das Aufbuchen erfolgt mittels Überweisung auf ein eigenes Kreditkartenkonto beim Anbieter der Karte. Durch die Überweisung kann es zu Verzögerungen beim Kauf kommen, da dies bis zu vier Banktage dauern kann, bis das Geld auf der Karte gutgeschrieben wurde.

PayPal

PayPal ist die bekannteste Form der Überweisung im Netz. Im Prinzip wäre für PayPal nicht einmal ein normales Bankkonto notwendig, da die Bezahlung im Netz mittels E-Mail abgewickelt wird. Das PayPal-Konto kann jedoch mittels Aufbuchungen von einem Bankkonto aufgeladen werden und verfügbare Beträge können auch wieder auf das Bankkonto überwiesen werden. Daneben wird auch eine Aufladung mittels Kreditkarte unterstützt. Eine Bezahlung kann in anonymer Form erfolgen, denn es ist egal, wer der Inhaber des PayPal-Kontos ist, denn es müssen lediglich E-Mail und Passwort für die Bezahlung korrekt sein.

Vorteile:
Es gibt viele Gründe, die für die Zahlung mittels PayPal sprechen und in erster Linie ist dies der Käuferschutz. Gibt es Probleme etwa bei der Auslieferung der Ware, kann sich der Kunde einfach sein Geld wieder zurückholen. Die Bezahlung läuft gänzlich ohne Gebühren ab und das Geld ist in Echtzeit auf dem PayPal-Konto des Käufers. Zudem können Zahlungen weitgehend unabhängig von Währungen gemacht werden, da PayPal sehr viele Währungen unterstützt.

Nachteile:
Wer keine Eingänge durch die Überweisung von anderen PayPal-Konten hat, der muss sein Konto mittels Banküberweisung aufladen. Bis das Geld eingetroffen ist, können mehrere Banktage vergehen und um diese Zeit verzögert sich auch der Kauf der Ware, da Abschlüsse nur gemacht werden können, wenn das PayPal-Konto gedeckt ist.

Neteller

Neteller ist vergleichbar mit PayPal, jedoch mit dem Unterschied, dass sie über keine eigene Banklizenz verfügen. Unterstützt werden 26 Währungen und das Konto kann auch mittels Banküberweisung aufgeladen werden. Daneben kann das Neteller-Konto auch etwa mit der PaysafeCard aufgeladen werden. VIP-Kunden, mit einem sehr hohen Transfervolumen stehen zusätzliche Extras und Vergünstigungen zur Verfügung.

Vorteile:
Mit der Net+Card steht den Kunden eine virtuelle Kreditkarte zur Verfügung, die auch gleichermaßen verwendet werden kann. Allerdings sind Neteller-Karten oder -Konten auf den verfügbaren Betrag limitiert. Die Karte selbst kann ausschließlich für Käufe im Netz verwendet werden, da niemals eine physische Karte ausgestellt wird.

Nachteile:
Neteller ist nicht kostenlos und für Transaktionen fallen gebühren an. VIP-Kunden können bei einem hohen Transfervolumen jedoch Vergünstigungen erhalten.

Skrill

Skrill funktioniert ähnlich wie PayPal und Neteller. Die Kunden haben ebenfalls ein virtuelles Konto, das sie zur Bezahlung in Echtzeit verwenden können. Einzahlungen bzw. der Empfang von Geld ist bei Skrill immer kostenlos. Selbst wer noch kein Konto hat, der kann bereits Geld empfangen. In diesem Fall wird der Empfänger via E-Mail aufgefordert ein Konto zu eröffnen, damit das Geld gutgeschrieben werden kann.

Vorteile:
Verifizierte Kunden genießen bei Skrill größere Sicherheitsvorteile und es wird bei einem Missbrauch eine Rückerstattung angeboten.

Nachteile:
Grundsätzlich bietet Skrill keine Rückabwicklung von Transaktionen an. Zudem fallen für bestimmte Transaktionen Gebühren an. Wer ein Skrill-Konto eröffnet, der muss sich dort schon auf eine bestimmte Währung festlegen. Bei normalen Konten ist die Zahlung immer auf die vorabgewählte Währung begrenzt und kann nicht mehr geändert werden. Lediglich Premium-Kunden haben die Möglichkeit mehrere Konten in unterschiedlichen Währungen anzulegen.

PaysafeCard

Die PaysafeCard ist eine Kombination aus einer Online- und einer Offlinezahlung. Die PaysafeCard kann bei Verkaufsstellen wie Tankstellen oder Postämtern erworben werden. Sie steht in gewissen Beträgen vergleichbar wie bei einer Wertkarte für ein Mobiltelefon zur Verfügung. Mit dem Betrag auf der Karte kann dann bezahlt werden, bis der Betrag vollständig verbraucht ist.

Vorteile:
Die PaysafeCard ist ein sehr sicheres Zahlungsmittel. Mit dem Kauf der Karte erhält der Kunde eine PIN. Wird diese PIN missbräuchlich genutzt, ist der Anbieter der PaysafeCard sogar in der Lage dies zu erkennen. In diesem Fall wird die Karte unverzüglich gesperrt, damit es nicht zu unberechtigten Abbuchungen kommt. Für eine neue Karte muss der Kunde lediglich dem Support eine Kopie seiner gesperrten Karte zusenden. Er erhält dann zwar keine neue Karte, jedoch wird der Restbetrag auf das Bankkonto des Kunden überwiesen. In der Regel fallen bei der Verwendung keine Gebühren an. Lediglich wenn in einer anderen Währung bezahlt wird oder die Karte nach über einem Jahr Inaktivität wieder genutzt wird, fallen Kosten bei der Bezahlung an.

Nachteil:
Die PaysafeCard ist kann keine Altersgrenze gebunden. Theoretisch können damit auch Minderjährige Waren oder digitale Inhalte kaufen, die nicht für ihr Alter bestimmt sind. Grundsätzlich übernimmt bei dem Angebot der Zahlung mittels PaysafeCard der Händler die Verantwortung für den Jugendschutz, der vielfach jedoch nicht besonders gut ist. Die Stückelung der PaysafeCard eignet sich lediglich für die Bezahlung kleinere Einkäufe, da bei größeren Beträgen der Kunde mit mehreren Karten zahlen müsste. In der Regel wird die Zahlung jedoch nur mit einer Karte plus Eingabe eines PIN unterstütz. Lediglich wenn Online-Konten etwa bei Glücksspielanbietern aufgeladen werden, können dafür auch mehrere PaysafeCards verwendet werden, da jede Karte als eigener Ladevorgang behandelt wird.

Bitcoin

Bitcoins sind mittlerweile in aller Munde und um diese Kryptowährung ist ein regelrechter Hype entstanden. Die virtuelle Währung wird mittlerweile auch von einigen Händlern akzeptiert. Vergleichbar ist die Zahlung mit Bitcoins etwa damit, dass Sie einen Händler in der EU anstatt mit Euros in Dollar bezahlen wollen. Bitcoins sind dadurch ähnlich wie eine Währung und weniger vergleichbar mit einem virtuellen Konto.

Vorteile:
Bei der Bezahlung mit Bitcoins handelt es sich um eine sehr schnelle und sichere Form der Bezahlung. Es werden lediglich die Bitcoins überwiesen, die für die Begleichung der Kaufsumme notwendig ist. Datendieben ist es nicht möglich auf die virtuelle Werbung zuzugreifen, da jedes Bitcoin sicher verschlüsselt ist.

Nachteile:
Da Bitcoins mit einer Währung gleichzusetzen ist, sind sie auch den gleichen Schwankungen unterlegen. Im Falle von Bitcoins können diese Schwankungen jedoch so tragisch sein, dass sie von einem Tag auf den anderen einen vollkommenen Wertverlust erleiden und dadurch vielleicht nur noch ein paar Cent wert sind. Wer mit Bitcoins bezahlen möchte, muss diese auch vorher erwerben und benötigt einen Client um Zahlungen abzuwickeln.

Welche Variante bietet die größten Sicherheiten und Vorteile?

Grundsätzlich kann man keine Methode als gänzlich sicher bewerten, am sichersten sind Kunden jedoch mit Zahlungsmethoden, bei denen Konten mit einem bestimmten aufgebuchten Betrag verwendet werden. Kommt es zu einem Datendiebstahl, dann ist maximal der aufgebuchte Betrag verloren. Bei der Bezahlung im Netz sollten Kunden jedoch immer bei den Händlern auf eine Zertifizierung des Shops achten. Ein gewisses Restrisiko besteht zwar immer, Shops, die als „Trusted Shops“ ausgewiesen sind, achten jedoch sehr gut auf die Sicherheit sensibler Daten ihrer Kunden. Sie wickeln die Zahlung beispielsweise über eigene Seiten mit sicheren Internetprotokollen ab, wodurch es Datendieben unmöglich gemacht wird, diese Informationen auszuspähen. Wer virtuelle Konten benutzt bzw. einen Teil des Zahlungsverkehrs über das Netz direkt abwickelt, der benötigt dafür häufig auch eine E-Mail-Adresse. Dies Adressen nutzen Datendiebe zum Phishing von Daten. Dazu werden E-Mails versandt, die denen der Zahlungsanbieter im Netz täuschend ähnlich sehen. Nutzer sollten daher niemals auf Links in solchen E-Mails klicken, sondern die Adressen immer direkt eingeben.

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